Euer Buch bei Amazon KDP veröffentlichen – So verdient man damit Geld

Amazon KDPViele Hobbyautoren stellen begeistert fest, dass sie mittels Amazon KDP (Kindle Direct Publishing) ihr Buch einfach und kostenlos auf Amazon zum Kauf anbieten können. Dabei muss es nicht bei der E-Book Variante bleiben, denn Amazon druckt die hochgeladenen Skripte gerne auch als Taschenbuch.
Toll! Endlich können sie die Welt an ihrer literarischen Genialität teilhaben lassen und noch dazu Unmengen an Geld verdienen. Also, schnell ein Werk bei Amazon KDP hochgeladen, noch rasch ein Cover zurechtgebastelt und los geht’s!
Und dann passiert es: Nichts! Niemand will ihr Buch kaufen…! Selbstverständlich liegt es wohl daran, dass es keine Rezensionen hat. Also schnell mal ein paar 5-Sterne Rezensionen gefälscht und… oje, Amazon hat diese wieder gelöscht…! Was jetzt?
In folgendem Artikel möchte ich nicht nur zeigen wie viel Geld ich so durch mein Buch auf Amazon Kindle Direct Publishing verdiene, sondern auch meine Erfahrungen teilen, wie man als unbekannter Autor, so wie ich, doch zu regelmäßigen Verkäufen kommen kann.

Ihr wollt also euer Buch mittels Amazon KDP veröffentlichen…

Eines muss euch von Anfang an klar sein; niemand hat auf euer Buch gewartet! Es interessiert sich auch kein Schwein auf Amazon dafür. Euer Buch wird auch nicht zufällig als Bestseller entdeckt werden und groß rauskommen. Auch die Hoffnung, dass es irgendwann langsam mit ein paar Käufen anfängt und es, nachdem die ersten eure Genialität erkannt haben, einem Schneeball gleich, der den Berg hinunterrollt, an Fahrt aufnimmt, könnt ihr gleich begraben.
Ebenso wird euch der Plan, es ein paarmal selbst zu kaufen, oder es durch Familie und Freunde kaufen zu lassen, damit euer Buch in seiner Unterkategorie an die Spitze gelangt und somit  von Amazon die Auszeichnung „Bestseller“ bekommt, keinen finanziellen Erfolg bringen!
Die Veröffentlichung auf Amazon Kindle Direct Publishing solltet ihr nur als Möglichkeit sehen euer Buch der Öffentlichkeit leicht zugänglich zu machen, nicht aber als Verkaufsmotor selbst. Soll heißen; für das Marketing müsst ihr schon selbst sorgen, denn Verkäufe kommen nicht von alleine. Die Möglichkeit, die Amazon selbst zum kostenpflichtigen Marketing bietet sind dabei allerdings nur bedingt empfehlenswert.

Marketing für neue Bücher auf KDP

Meine Empfehlung wäre bei neuen Büchern das kostenpflichtige Marketing mittels Amazon Advertising zunächst völlig außen vor zu lassen. Damit man dadurch nämlich wirklich voran kommt, braucht es zunächst einmal vor Allem zwei Dinge (mal abgesehen von einem Buch mit gutem und interessantem Inhalt): 1. Ein professionelles Cover, 2. Viele (gute) Rezensionen; etwas das frische Erstveröffentlichungen von Hobbyautoren auf KDP normalerweise beides nicht haben!
Das professionelle Cover deswegen, weil es als Eyecatcher dient und herausstechen soll, damit die möglichen Käufer auch auf eine Anzeige, die ihr durch Amazon Advertising schaltet, draufklicken, ohne dass ihr sehr viel für einen Klick bezahlen müsst. Es ist ja vor allem eine Kosten-/Nutzen Rechnung. Zwar könnt ihr durch ein höheres Gebot pro Klick weiter vorne empfohlen werden, allerdings kostet solch ein Klick dann auch mehr und man hat ja keine Garantie, dass jemand, der auf euer Buch klickt es auch kauft.
Ist der potenzielle Käufer erst einmal auf eurer Buchseite, so kommt 2. ins Spiel: die Rezensionen. Bei einem Buch mit sehr wenigen oder gar keinen Rezensionen wird die Kaufentscheidung meist sehr genau geprüft. Wenn viele Bewertungen vorhanden sind, dann geht das meist sehr schnell mit dem Klick auf „Jetzt Kaufen“; immerhin ist es ja ein bekanntes, oft gekauftes Buch.
In jedem Fall sollten beide Punkte erfüllt sein, damit es Sinn macht  Amazon Advertising zu nutzen, da es ansonsten seine Wirkung verfehlen und mehr Geld kosten als einbringen könnte.

Alternative Möglichkeiten zur Käuferakquise

Wichtig ist in jedem Fall einen von Amazon unabhängigen Akquiseweg aufzubauen. In meinem Fall habe ich das über meine Websites wie maennerwelt.info gemacht. Das ist eine Möglichkeit, die vor allem in Frage kommt, wenn ihr ein praktisches Thema in Ratgeberform behandelt, wie in meinem Fall „Cunnilingus“.
Für rein literarische Werke, wie meine Novelle Die Saetrick Maischberger Verschwörung (übrigens kostenlos bei Kindle Unlimited verfügbar; falls jemand ein bisschen neugierig ist)… fast hätte ich Patrick Haischberger geschrieben… gebärdet sich das allerdings etwas schwieriger. Das funktioniert mit einer eigenen Website leider nicht im gleichen Maße, weil man ja nicht beispielsweise konkrete Tipps zu einem Thema geben kann und dann das Buch als Ergänzung empfehlen.
Wenn ich also meine Novelle vermarkten müsste, was ich nicht tue, weil die Veröffentlichung nur ein kleiner Schabernack (Satire) war, um vielleicht jemanden zu ärgern, der, so wie mein Titelheld, angeblich auch Autor (und Regisseur, Comiczeichner, Schauspieler und sicher noch vieles mehr) ist, dann würde ich wohl bei anderen Websites, die ich als passend empfinde, anfragen, ob ich mein Buch vorstellen darf.
Eine kostenpflichtige Variante wäre es bei größeren Lokalzeitungen und Magazinen anzufragen, ob eine Buchvorstellung oder Rezension möglich ist. Hier könnte man allerdings auch einen Ratgeber-Artikel wie „5 Krimi-Geheimtipps, die man gelesen haben sollte“ unterbringen, da solche als Tipp verpackten Artikel meist viel besser konvertieren.
Auch Pinterest kann, wenn kreativ genutzt, ein guter, kostenloser Weg sein euer Buch an den Mann zu bringen. Da halte ich mich jetzt aber vornehm zurück, weil ich selbst zu wenig Erfahrung damit habe.
In jedem Fall solltet ihr aber potenziellen Käufern die Möglichkeit geben außerhalb von Amazon auf euer Buch aufmerksam zu werden!

Noch mal zurück: Wie kommt man zu einem professionellen Cover?

designenlassenZuvor hatte ich ja das professionelle Cover angesprochen. Zwar bietet auch Amazon KDP die Möglichkeit mittels Vorlagen ein Cover für euer Buch zu erstellen, aber damit gewinnt man normalerweise eher keine Buchpreise!
Ich habe für meinen Ratgeber Das 1×1 des Cunnilingus den Weg eines Kreativwettbewerbs über Designenlassen genommen. Dafür wählt man einfach „Buchcover“ als Projekt und erklärt was man sich vorstellt (oder eben, dass man keine wirkliche Vorstellung hat; wie in meinem Fall) und wie viel man bereit ist zu zahlen. Dann haben Künstler die Möglichkeit Vorschläge einzureichen und am Ende der Laufzeit wählt man sich eine der Einreichungen aus (oder auch nicht, sollte keine passen).
Für mich hat sich das, so denke ich zumindest, ausgezahlt, weil ich eigentlich ein völlig anderes Bild von meinem Cover vor Augen hatte, den Künstlern aber freie Hand in der Gestaltung gelassen habe. Schlussendlich habe ich mich für ein Design entschieden, von dem ich vorher gar nicht wusste, dass ich es wollte. Es war also eine tolle Überraschung!
Komisch nur, dass keiner der Künstler, sowohl für das Cover als auch für die Illustrationen, in meinem Cunnilingus-Ratgeber namentlich genannt werden wollte… 😀

Hier übrigens das Ergebnis 🙂

Das 1x1 des Cunnilingus

Wie kommt man zu ersten Bewertungen?

In meinem Fall, da ich ja durch meine Websites aktiv Verkäufe generieren konnte, kamen die von allein. Es sind zwar bis jetzt lediglich sieben und davon nur eine, die auch mit einer Rezension verknüpft ist, allerdings sind diese überwiegend positiv und es scheint für Interessenten okay zu sein. Da muss man natürlich auch verstehen, dass sich beim Thema des Buchs nicht jeder Käufer berufen fühlt eine Rezension zu schreiben (die ja auch auf seinem öffentlichen Profil angezeigt wird). 😀
Für mich bzw. für den Buchverkauf fallen aber die Bewertungen nicht so stark ins Gewicht, da die Käufer ja vor allem von meinen Websites kommen und kaufen, weil das Buch von mir ist und sie Gefallen an meinen Tipps gefunden hatten.
Für potentielle Käufer, die aber durch das Stöbern auf Amazon erst auf mein Buch aufmerksam wurden, spielen die Bewertungen aber sicherlich eine wichtigere Rolle.
Jemand der mit seinem Buch nicht in einer vergleichbaren Situation ist wie ich, könnte es tatsächlich hilfreich sein erste Bewertungen von Freunden zu erhalten, die das Buch über Amazon gekauft haben. Damit hat man schon einmal einen Grundstein gelegt und Interessenten werden eher dazu geneigt sein das Buch zu kaufen.

Wie viel verdiene ich mit meinem Buch?

Meine Angaben beziehen sich hier nur auf meinen Ratgeber Das 1×1 des Cunnilingus, weil meine Novelle wie gesagt nur ein Spaßprojekt war. Meinen Ratgeber bewerbe ich aktiv auf meinen Websites, habe dafür auch professionelle Illustrationen und ein Cover erstellen lassen; dieser war also von Anfang an darauf ausgelegt, dass er sich auch verkauft.
Das Buch ist seit November 2018 bei Amazon erhältlich und hat mir seither einen Betrag von 1.423,26€ (Stand: Ende Mai 2021) eingebracht. Das bedeutet, dass der Schnitt bei knapp 46€ pro Monat liegt (was 7-8 Verkäufen entspricht). Vom Gesamtbetrag entfallen 606,78€ auf die E-Book Version und 816,48€ auf das Taschenbuch. Das bedeutet, dass sich das Taschenbuch 126-mal verkauft hat, während das E-Book 91 Abnehmer fand. Obwohl das Taschenbuch mit knapp 15€ ein Drittel teurer ist als das E-Book (mit rund 10€), wird die Druckversion mehr gekauft. Von der Provision her macht es für mich allerdings keinen Unterschied, weil ich die Preise so gewählt habe, dass ich ziemlich genau das gleiche bekomme. Beim E-Book betragen die Tantiemen übrigens 70% des Netto-Verlaufspreises und beim Taschenbuch hingegen nur 60% abzüglich der Druckkosten.

Könnte ich mehr damit mehr verdienen?

Ja, natürlich könnte ich das, wenn ich mich auf den Ausbau meiner diesbezüglichen Websites konzentrieren würde. Ratgeber eignen sich dazu sehr gut, weil man ja auf Websites Tipps zu bestimmten Teilbereichen geben oder verschiedene Aspekte ansprechen kann, für deren weitere Behandlung und mehr Details man dann auf das Buch verweist.
Was mich davon abhält ist aber das Verhältnis von Zeit und Nutzen. Wie ihr aus meinem Artikel So viel Geld verdiene ich online pro Jahr wisst, versuche ich möglichst wenig zu arbeiten und habe mich dafür auf Bereiche fokussiert, die mir mit möglichst wenig Zeiteinsatz ein gutes Leben ermöglichen. Für ein Buch das mir bei gleichem Zeiteinsatz aber nur ein paar hundert Euro anstatt ein paar tausend pro Monat einbringen würde, zahlt sich das einfach (momentan) für mich nicht aus.

Fazit

Wer sein Buch verkaufen will, der darf sich nicht auf den Umstand verlassen, dass das Buch bei Amazon gekauft werden kann, sondern muss selbst für Käufer sorgen. Gerade bei literarischen Werken wie Romanen, Novellen, Erzählungen etc. kann das aber durchaus eine schwierige Herausforderung sein, weswegen man einen konkreten Plan dafür zur Hand haben sollte. Auch sollte man nicht vergessen, dass man ja dafür ebenso den herkömmlichen Weg über einen Verlag gehen kann, der einem das Marketing abnimmt.

Wie dem auch sei; ich hoffe, dass der Artikel informativ war, euch vielleicht ein wenig motiviert hat oder einfach interessant zu lesen war. Solltet ihr ein Buch bei Amazon Kindle Direct Publishing veröffentlichen wollen, dann wünsche ich euch viel Erfolg damit und verbleibe,

bis zum nächsten Mal,

Euer Matthias

 

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