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Heilsteine, Astrologie, Homöopathie und Impfschaden: Aberglaube für Idioten

Im Moment erleben wir eine wahrliche Renaissance von Aberglaube, Pseudowissenschaften, Verschwörungstheorien und deren Anhänger, Homöopathie und spirituellen Kulten. Was haben diese Begriffe alle gemeinsam? Wissen Sie es? Wenn Sie mit solchen Pseudorealitäten konfrontiert sind, können Sie ausnahmslos alle mit der wissenschaftlichen Methode widerlegen bzw. als nicht beweisbar abtun. Nehmen wir z.B. die Astrologie:
Die Astrologie befasst sich mit Sternenkonstellationen sowie Strahlung und Bewegung von Himmelskörpern, welche einen Einfluss auf die Menschen auf unserem Planeten haben sollen. Um welche Strahlen es sich dabei genau handelt und wie der Einfluss sich im Detail auf den Menschen manifestiert, kann nicht erklärt werden und wenn doch, lassen sich diese Behauptungen weder messen, noch sehen, noch anders empirisch beschreiben. Es wird lediglich behauptet, dass gewisse Leute diese Effekte spüren. Das bedeutet, man wird als Außenstehender vor die Wahl gestellt, ob man gesagtem Glauben schenkt oder nicht. Das kann bei Zustimmung mit Wohlgefallen, bei etwaigen, berechtigten Zweifeln allerdings in Böswilligkeit enden. Das ist meistens ein starkes Anzeichen für Humbug. Weiters maßt sich die Astrologie an, die Zukunft in den Sternen vorherzusehen. In Form von allumfassenden, weitläufigen Behauptungen in Horoskopen, die auf jeden zweiten zutreffen können, sehen Astrologen dafür den Beweis. Wobei man laut James Randi, einem renommierten Kritiker von Aberglaube und Pseudowissenschaften, sowie Verfechter der wissenschaftlichen Methode, zwei unterschiedliche Typen von Personen in all diesen übernatürlichen, esoterischen und spirituell, religiösen Machenschaften findet. Es gibt einerseits die Art von Anhängern, die wirklich an das glauben, was sie anderen zu vermitteln versuchen, ob wahr oder unwahr sei dahingestellt, dadurch sind diese bei Ablehnung häufig persönlich gekränkt und andererseits die Art von Anhängern, welche von der realen Natur ihres Aberglaubens wissen, allerdings auf betrügerische Weise, in irgendeiner Art sich selber bereichern wollen. Meistens passiert das in Form von Geld, auch wenn sie dieses anfangs stets ablehnen, um möglichst seriös zu wirken.
Einen Schuldigen in der Renaissance dieser geistigen Strömungen findet man meiner Meinung nach im Zeitalter des Internets. Egal was es ist, man wird im Internet davon lesen können. Seien es die reptiloiden-Echsen Menschen, welche unsere Regierungen unterwandern, Aliens, die bereits in Menschengestalt die Erde bevölkern, Atlantis und verschwundene Kontinente, bevölkert von weitentwickelten Hochkulturen, man wird im World Wide Web, ironischer Weise im Zeitalter des unbegrenzten Wissens, etwas darüber lesen können. Ist es deshalb wahr? Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, höher geht es kaum, nicht.
Der persönliche „Bullshit-Detektor“ sollte so kalibriert sein: Ist eine Behauptung besonders extravagant, braucht man extravagante Beweise dafür!

Wie unterscheide ich Pseudowissenschaften von realer Wissenschaft?

Um wirkliche, seriöse Wissenschaft von Aberglaube und Pseudowissenschaft unterscheiden zu können, muss man die wissenschaftliche Methode und Vorgehensweise kennen. Einen einzelnen Bericht von paranormalen Phänomenen durch das alleinige Lesen zu entkräften, ist mittlerweile nicht mehr so einfach, da sich Pseudowissenschaften immer mehr den wissenschaftlichen Fachjargon aneignen und sich dadurch im ersten Moment nicht eindeutig von seriöser Wissenschaft unterscheiden. Erst wenn man etwas genauer ins Detail geht, nachforscht, hinterfragt und über den Prozess der wissenschaftlichen Methode Bescheid weiß, kann man mit großer Sicherheit Pseudowissenschaft von realer Wissenschaft unterscheiden.

Die wissenschaftliche Methode

Der wissenschaftliche Prozess beginnt mit der detaillierten Beschreibung eines in der Natur vorkommenden Phänomens, wie z.B. dem Auftreten von Wind bzw. Luftzirkulation in unserer Atmosphäre. Als nächstes formuliert man eine Hypothese, die potentielle Erklärungen für das Phänomen liefert. Diese muss unbedingt überprüfbar sein, man spricht dabei von der anfangs des 20. Jahrhunderts formulierten Falsifiability oder Überprüfbarkeit. Ist eine Behauptung nicht überprüfbar, wie z.B. die Multiversum-Hypothese, dann ist sie nicht automatisch falsch, doch lässt sich dadurch die wissenschaftliche Methode nicht anwenden, keine seriöse Wissenschaft in diesem Bereich durchführen und deshalb kann man nur spekulieren, was nicht weniger interessant sein mag. Das Phänomen des Windes und Luftzirkulation lässt sich eindeutig überprüfen, messen und beschreiben. Die Erklärung, dass atmosphärische Zirkulation und Ströme unter anderem vom Klima und dessen Schwankungen, der Corioliskraft, ausgelöst durch die Erdrotation, Luftfeuchtigkeit, sowie der Luftbeschaffenheit und Zusammensetzung abhängen, lässt sich in verschiedenen, reproduzierbaren Experimenten überprüfen. Sind genug Erkenntnisse gesammelt, Experimente unabhängig voneinander auf gleiche Ergebnisse gekommen und die Hypothese von verschiedenen unabhängigen Wissenschaftlern überprüft worden, man spricht dabei von „Peer-review“, dann wird eine Hypothese in den Stand einer Theorie gehoben. Die hierarchische Ordnung einer Theorie ist rein formell höhergestellt, als eine Hypothese, soll somit heißen, dass man mehr Indizien und Beweise für die Richtigkeit der Theorie, des gedanklichen Konstrukts bzw. Erklärungen für ein Phänomen hat. Das bedeutet allerdings nicht, dass eine Theorie nicht auf gleiche Art und Weise wie eine Hypothese wiederlegt werden kann. Tendenziell ist es zwar unwahrscheinlicher bei einer Theorie, aber nicht unmöglich. Je länger und je mehr Experimente, mathematische Beschreibungen, physische Funde unabhängig für eine Theorie sprechen, desto eher wird eine Theorie in den Rang eines Modells gehoben, wobei der Übergang Theorie und Modell eher fließend und heterogen ist. Oftmals werden wissenschaftliche Begriffe wie Modell und Theorie gleich verwendet. Wichtig ist allerdings, dass man mit einem Modell vorhersagen machen kann. Eine erfolgreiche Vorhersage im Falle der Evolutionstheorie war z.B. da man fossile Funde von prähistorischen Säugetieren und säugetierähnlichen Tieren fand und diese datieren konnte, machte man die Vorhersage, dass höchstwahrscheinlich der gemeinsame Vorfahre von Säugetieren und Reptilien irgendwo im Karbon gelebt haben muss. Siehe da, Geologen und Paläontologen finden in Gesteinsschichten des Karbons ein fossiles Tier, welches Merkmale von Reptilien und Merkmale von Säugetieren aufwies. Die Vorhersage wurde bestätigt und diese Erkenntnis spricht logischerweise für das Modell. Je länger ein Modell der Kritik und der wissenschaftlichen Selektion ausgesetzt ist und diese übersteht, desto mehr spricht für die Richtigkeit. Daher kann man sagen, dass Wissenschaft von der Kritik, die sie überlebt abhängig ist. Kritik ist also wünschenswert.
Zusammenfassend ist wichtig, wie die einzelnen Schritte der wissenschaftlichen Methode aneinandergereiht sind. Da es interessanterweise bei Pseudowissenschaften genau umgekehrt verläuft.

Der umgekehrte Ansatz von Pseudowissenschaften

In den abergläubischen und pseudowissenschaftlichen Kreisen verläuft die Erkenntnisgewinnung anders. Durch Wunschdenken und durch Unwissenheit induzierte Vorstellungen, entsteht ein Glauben an etwas, der sich je mehr und je länger man sich damit beschäftigt verstärkt. Häufig werden solche Ideen so stark in die Persönlichkeit eines Individuums aufgenommen, dass bei Kritik eine persönliche Kränkung erfolgt. Pseudowissenschaften oder Aberglaube vertragen keine Kritik. Man wird mit Anekdoten aus zweiter Hand, welche für den wissenschaftlichen Prozess nicht aussagekräftig sind oder mit einzelnen, unter Umständen sogar wissenschaftlichen Funden abgespeist. Allerdings sind sich Menschen, welche nicht in der Wissenschaft tätig sind, nicht im Klaren, dass es selbst in der Wissenschaft, besonders bei polarisierenden Themen wie Klimawandel oder Impfschäden, das ein oder andere schwarze Schaf gibt, welches entweder durch Messfehler, das Verwenden zu kleiner Korngrößen bei Proben oder zu starkem Wunschdenken, Ergebnisse, ohne es zu wissen oder absichtlich, um ein konkretes Ergebnis zu bekommen, verfälschen können. Diese „Erkenntnisse“ werden unter Umständen genauso veröffentlicht, allerdings schnell durch die Überprüfung im Zuge der Peer-Reviews wieder zurückgezogen oder korrigiert. Nichtsdestotrotz sind in Zeiten des global zugänglichen Internets gewisse wissenschaftliche Papers im Umlauf, welche genau das Gegenteil von dem Behaupten, was 99,99% Prozent aller Wissenschaftler weltweit bestätigen können. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich beinahe die komplette Wissenschafts-Community irrt. Viel wahrscheinlicher ist, dass einigen, wenigen Wissenschaftlern ein Fehler unterlaufen ist. Irren ist nun mal menschlich und kann vorkommen. Das Phänomen, dass sich Pseudowissenschaften und Aberglauben unter Umständen auf gewisse, sogar veröffentlichte wissenschaftliche Belege stützt, wird als „Cherry Picking“ bezeichnet. Damit meint man den Aspekt, dass sich unseriöse und meist falsche Behauptungen, welche meist durch Wunschdenken und Unwissen entstanden sind,  jeden einzelnen Strohhalm, der für sie spricht bestmöglich aneignen, allerdings die breite Masse an Erkenntnissen und logischer Herangehensweise komplett ignorieren.
Es wird zuerst eine Theorie erstellt, wie z.B. die Erde ist flach. Vereinzelt wird man versuchen diese Behauptung zu bestätigen, indem man unter Umständen ein Experiment durchführt, wie z.B. das Fliegen in einem Flugzeug von A nach B mit einer Wasserwaage ausgestattet, um zu zeigen, dass man keine Neigung an Hand der Wasserwaage während des Fluges feststellen könne, mit der Begründung, sollte die Erde wirklich rund sein, dann müsste die Spitze eines Flugzeugs bei einem Flug von A nach B aufgrund der Krümmung der Erde immer ein wenig nach unten zeigen. Obwohl man ganz einfach ausgedrückt nicht erwarten kann, dass man bei einem Flug von A nach B in einem Flugzeug den Effekt der Krümmung der Erde spüren bzw. sehen kann, da man sich nicht über die Relation der Größenverhältnisse von Erde und Flugzeug im Klaren ist.
Feststellen lässt sich bezüglich Pseudowissenschaften: Zuerst ist eine Theorie vorhanden, danach versucht man ein Experiment durchzuführen, welches das aufgebaute Gedankenkonstrukt möglichst bestätigt und ignoriert dabei die Erkenntnisse von mehr als einem halben Jahrtausend wissenschaftlicher Forschung, in der sich 99,99% einig sind.

Die Wirkung von Heilsteinen

Auch wenn es viele Menschen enttäuschen wird, ein Wundermittel gegen Krebs oder all jene anderen Leiden, die ein Mensch in seinem Leben erfährt, gibt es nicht. Heilsteine sind im Universum der Behauptungen und unbewiesenen, abergläubischen Schwindeleien keine Ausnahme. Wie immer gilt, ist eine Behauptung zu schön, um wahr zu sein, ist sie es das meistens nicht. Allerdings finden Heilsteine einen großen Markt an Abnehmern. Das Gefühl für Aberglauben ist tief in unserem eigenen Unterbewusstsein verankert und häufig gekoppelt mit Wunschdenken. In der menschlichen Geschichte gab es im Zeitalter der Vernunft und Logik einen Schwung von Rationalität, welcher Aberglauben eindämmte. Mit der Entstehung des Internets tendiert die Entwicklung leider wieder in die andere Richtung.

Doppel-Blind Studien

Fakt ist, man kann keine heilende Wirkung von Heilsteinen messen oder irgendwie anders feststellen. Die Wissenschaft bedient sich häufig der Statistik und doppel-Blind Studien, um die Richtigkeit zu überprüfen. Eine Doppel-Blind Studie ist ein Experiment unter streng kontrollierten, wissenschaftlichen Bedingungen. Das funktioniert so: Man nimmt z.B. 50 Menschen mit einer einheitlichen Erkrankung und gibt ihnen einen Heilstein, welcher auf die heilende Wirkung überprüft werden soll und legt gewisse Richtlinien fest, wann, wo und wie der Heilstein getragen oder benutzt werden soll, nur damit dieser wundersame Gegenstand einheitlich von den Teilnehmern verwendet wird. 50 weitere erkrankte Menschen bekommen zum Vergleich ein Placebo, das heißt einen Gegenstand, der als ident zu den verwendeten Heilsteinen von den Versuchspersonen wahrgenommen wird, allerdings etwas vollkommen anderes ist. Weiteren 50 Menschen, die im Gegensatz zu den anderen Personen vollkommen gesund sind, wird wiederum jeweils ein Heilstein gegeben und wieder weitere gesunde Menschen wird das Placebo untergejubelt. Wichtig ist, dass sich die jeweiligen Personen im Unklaren befinden darüber, ob sie ein Placebo bekommen haben oder nicht. Nun können folgende Situationen eintreten. Entweder die Gruppe der erkrankten Personen mit einem echten Heilstein werden gesund und die erkrankten Personen mit dem Placebo bleiben weiterhin krank. Mit den gesunden Personen passiert keine Veränderung. Dann würde der Heilstein als wirksam gelten und das Experiment für die heilende Wirkung sprechen. Viel wahrscheinlicher ist allerdings, dass sich von den 50 erkrankten Personen, die den echten Heilstein besitzen zwischen 20 und 40 Personen gesünder fühlen, bedingt durch Wunschdenken und bei vielleicht 5 von den 50 Kranken Menschen wirklich eine Besserung oder sogar Genesung eintritt. Das liegt allerdings daran, dass es besonders bei Krankheiten immer eine gewisse Chance gibt, dass sich der menschliche Organismus selbst heilt. Dieser Vorgang ist in diesen 5 Personen manifestiert. In der erkrankten-Placebo-Gruppe wird man ein ähnliches Verhältnis erhalten. 20-40, der 50 Personen werden sich besser fühlen und ca. 5 werden unter Umständen wirklich geheilt sein, obwohl sie nur ein Placebo erhalten haben. Man vergleicht die unterschiedlichen Gruppen untereinander. Somit lässt sich die getestete, heilende Wirkung als nicht existent anzeigen.
Üblicherweise versteifen sich orthodoxe Anhänger der heilenden Wirkung von Heilsteinen auf die 5 der 50 Personen, die genesen sind und sprechen die Wirkung dem Heilstein zu. Allerdings wurden die selben Ergebnisse auch in der erkrankten Placebo-Gruppe festgestellt. Somit kann man nicht von einer heilenden Wirkung des Heilsteins ausgehen, insofern nicht das Placebo auch eine heilende Wirkung hat.
Die Gruppen mit den gesunden Personen werden dazu genutzt, etwaige Ergebnisse zu vergleichen bzw. die Entwicklung gesunder Individuen in Relation zu stellen oder zu relativieren.

Warum sind Wunderheilmittel so populär?

Interessant ist allerdings die Frage, wieso es immer wieder dazu kommt, dass Wunderheilmittel im Umlauf kommen, die nach näherer und wissenschaftlicher Betrachtung keine Wirkung haben und trotzdem so beliebt sind? Den Grund dafür finden wir in der Psychologie des Menschen. Das menschliche Denken ist nicht dazu ausgelegt, über den Tod Bescheid zu wissen. Wir sind im Endeffekt, stark herunter rationalisiert nichts Anderes als jedes andere Lebewesen auf diesem Planeten. Ein Reproduktionsapparat, welcher je nach dem besser funktioniert, abhängig davon wie viele Nachkommen er produziert. Ob ein winziges Bakterium oder ein Organismus mit der Bezeichnung Homo Sapiens macht im Großen und Ganzen keinen Unterschied. Die einzige Differenz ist, wir können uns selber in dem was wir machen verstehen, oder es wenigstens versuchen, da wir mit einem sehr komplexen Denkapparat ausgestattet sind, der sich durch Millionen Jahre dauernde Evolution so manifestiert hat, wie er es in jedem von uns heute ist. Deshalb sind wir allerdings nicht weniger von selektiven Faktoren abhängig, wie eine Gazelle in der Savanne. Ganz und gar nicht umgehen können wir allerdings mit dem Tod, dass möglicherweise irgendwann, mit großer Wahrscheinlichkeit in nicht so weit entfernter Zukunft, ein Stadium erreicht sein wird, in dem man nicht mehr ist, in dem man nicht mehr fühlt, sieht, hört. Das kann sich niemand wirklich vorstellen. Als eigentlicher Reproduktionsapparat hat der Tod für uns auch nur bedingt eine Rolle. Es ist der Zeitpunkt, in dem möglichst viele Nachkommen bereits gezeugt worden sein müssen, damit die DNA, das Erbmaterial weiterlebt. Nicht mehr und nicht weniger. Was danach ist, hat keine eigentliche Bedeutung für eine Spezies.
Die Angst vor dem Ungewissen, nicht-Begreifbaren lässt viele Menschen auf intuitive Art und Weise zum Glauben bzw. religiösen, spirituellen Konstrukten wandern, die ihnen nur irgendeine Art von Antwort auf solche tiefgreifenden Fragen liefert. Ob richtig oder falsch, ob überprüfbar oder lediglich hinnehmbar ist egal. Je einfacher verständlich, desto besser. Für viele Menschen ist es allerdings nicht befriedigend, eine möglichst einfache Antwort auf eine komplexe Frage zu bekommen, die mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit nicht stimmt. Sondern eine möglichst rationale und überprüfbare, wenn auch komplexe Antwort ist ihr streben.

Darf jeder glauben was er will?

Prinzipiell darf jeder Mensch glauben was er will. Man kann ohnehin niemanden dazu zwingen, etwas anderes zu glauben. Allerdings ist die Feststellung, man würde mit dem Glauben an Wundermittel, an Verschwörungstheorien oder ähnlichem niemanden verletzen, falsch. Nimmt man das Beispiel der Nashornausrottung, weil in Asien viele Menschen an eine potenzsteigernde Wirkung des pulverisierten Horns des Tieres glauben, kann man nicht behaupten, dass man mit diesem Aberglauben keinen Schaden anrichtet. Genauso macht man seine Kinder natürlich empfänglicher für Vieren, die bereits als beinahe ausgestorben galten, wenn man sie nicht impft. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Impfen an sich sind eindeutig. Ein anderes Beispiel ist das Geschäft mit der Verzweiflung von z.B. Krebspatienten im Endstadium. Jeder Mensch, der sich in einer solchen Lage befindet, würde jeden nur erdenklichen Strohhalm ergreifen, der ihm verspricht zu helfen. Viele verschiedene Scharlatane bereichern sich dadurch und verkaufen solchen Patienten Heilmittel wie z.B. Heilsteine oder machen falsche Behauptungen, was die Ursache für Krebs betrifft und erreichen damit, dass entweder ein Krebspatient in seiner Verzweiflung alles kauft, was ihm eingeredet wird und alles einzig, wirklich wirksame gegen seine Erkrankung ablehnt, wie z.B. eine Chemotherapie oder Bestrahlung. Ob einem Krebspatienten damit geholfen ist, können Sie selber entscheiden. In 100% der Fälle halfen Wunderheilmittel nicht und in den meisten Fällen hatten die Patienten kein Glück.

Ein praktischer Ansatz zur Überprüfung von Aberglaube und Pseudowissenschaften

Es gibt einige Merkmale wie man im Alltag richtiges und wahres, von unrichtigen und falschen Behauptungen unterscheiden kann:
1) Klingt etwas zu schön, um wahr zu sein? Dann ist es meistens nicht wahr. Bestes Beispiel ist die Wirkung von Heilsteinen.
2) Extravagante Behauptungen benötigen extravagante Beweise. Ein schwarzer Fleck auf einem verwackelten Foto reicht nicht aus, um die Behauptung, es gäbe Elfen, zu stützen.
3) Zum Thema Verschwörungstheorien sei gesagt, die meisten politischen Verschwörungen und Skandale sind ausnahmslos in jedem Fall aufgeflogen, man siehe Watergate Skandal. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine globale, allumfassende politische Verschwörung in der langen Zeitspanne, die es braucht, um sich zu etablieren, nicht aufgedeckt werden würde.
4) Behauptungen, die sich nicht überprüfen lassen, können ohne weiteres vernachlässigt werden. Um ein Beispiel von Carl Sagan heranzuziehen. Die Behauptung, ich habe einen Drachen in der Garage, welchen nur ich sehen, anfassen und in jeglicher anderen Art erkennen und erfassen kann, lässt sich nicht überprüfen, kann somit ohne Wenn und Aber ignoriert werden.

Ein Appell

Mein Appell: Vertraut auf Experten, die sich viele Jahre mit einer Thematik wissenschaftlich auseinandergesetzt haben und in der Wissenschaftscommunity einen guten Ruf besitzen. Vertraut keinen extravaganten Behauptungen aus dem Internet und welche die im ersten Eindruck bereits zu schön, um wahr zu sein scheinen. Geht logisch und rational an Probleme heran und setzt euch mit Kritik auseinander. Wie gesagt, im Internet kann jeder alles behaupten. Allerdings nützt einem das nur, wenn es Menschen gibt, die leichtgläubig genug sind dies auch zu glauben.

Artikelbild: 124829077 – In Meditation mit Chakren © Dirk Czarnota – fotolia.com

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